Presse

Das Tagebuch der Anne Frank
Nach der Theaterfassung von Frances Goodrich und Albert Hackett
Das Stück wurde am 7. und 9. Juli 1998, jeweils um 19.30 Uhr in der Aula des Hölty-Gymnasiums Wunstorf aufgeführt.
   Handlung:
"Wird es nicht unglaublich erscheinen, wie wir hier gelebt haben?" hatte Anne, die im März 1945 im Vernichtungslager Bergen-Belsen umgekommen ist, in ihr Tagebuch geschrieben, das 1947 zum ersten Mal in den Niederlanden erschienen war und seither in mehr als fünfzig Ländern veröffentlicht worden ist.

Anne Frank war das Kind einer jüdischen Familie, die 1933 ihr Heimatland Deutschland verlassen musste und in Amsterdam Asyl fand. Als dann die Deutschen auch in die Niederlande kamen, erneut Verfolgung und Tod brachten, tauchten die Franks unter. Zwei Jahre lang lebten sie versteckt in einem alten Hinterhaus in Amsterdam, und dort schrieb Anne ihr inzwischen so berühmt gewordenes Tagebuch. Mit großer Ehrlichkeit setzt sie sich darin mit sich selbst auseinander, mit den Menschen um sich herum, mit dem Geschehen zur Zeit. Und trotz des Grauens, das sie umgibt, kann und will Anne den Glauben an eine gerechte, friedliche und menschliche Welt nicht aufgeben.

"Wenn Gott mich leben lässt", schrieb sie in ihrem Tagebuch, "werde ich für die Menschen arbeiten." Annes Leben begann in Deutschland und hier endet es auch, wenige Wochen nur vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges.

Sich an sie zu erinnern, heißt, wachsam zu sein, heißt, sich verantwortlich zu fühlen, Widerstand leisten. Denn auch heute gibt es Menschen, die missachtet und verfolgt werden, auch heute gibt es Ungerechtigkeit und Rassismus.

"Wir leben eigentlich täglich in Erinnerung an alle, die wir verloren haben", schrieb Miep Gies, jene Miep, die die Franks in ihrem Versteck unter Lebensgefahr zwei lang mitversorgte und die Annes Tagebuch am Ende gefunden hat. Damals hat sie es ungelesen aufbewahrt; erst als Annes Tod schreckliche Gewissheit geworden war hat die es ihrem Vater gegeben - und seither wird die Stimme der Anne Frank überall in der Welt gehört.

Am 12.06.1998 wäre Anne 69 Jahre alt geworden. Sie könnte heute eine berühmte Schriftstellerin sein und Enkelkinder in dem Alter haben, in dem sie sterben musste.

1955 wurde der Text von Frances Goodrich und Albert Hackett für die Bühne bearbeitet; er wurde mehrmals verfilmt und in circa 30 Sprachen übersetzt. Zweifel an der Authenzität des Tagebuchs wurden durch Untersuchungen des niederländischen Justizministeriums 1986 endgültig ausgeräumt.


Besetzung :
Otto Frank Oliver Kuska
Edith Frank Nele Kork
Margot Frank Lena Krämer / Svenja Gruschka
Anne Frank Lara Kork / Marina Sarkojan
Herr van Daan Kaja Siebrecht
Frau van Daan Suzaan Camlik
Peter van Daan Sarah Porcher
Dussel Fenja Vera Henneking
Miep Neela Hettling
Kraler Katharina Ramke
Technik Robert Hammer und Christian Nölke
Layout Sebastian Peters
Leitung Marion Welge-Hanka



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Die Leine Zeitung schrieb:

Kleines Theater
Wunstorf (kh). Sie nennen sich die "Kleine" Theater AG, weil sie zu den jüngsten Schülern des Hölty-Gymnasiums gehören, und sie haben sich ein textlastiges und dramaturgisch höchst anspruchsvolles Stück für ihre dritte Aufführung ausgesucht. Da überhört man als Zuschauer geflissentlich das häufige Raunen der Souffleuse und gibt den ab und an mal stockenden oder haspelnden Protagonisten mit Zwischenbeifall wieder Selbstvertrauen in ihre im großen und ganzen bemerkenswerte schauspielerische Leistung. "Das Tagebuch der Anne Frank" in einer Bühnenbearbeitung von Frances Goodrich und Albert Hackett haben die 13 bis 15 Jahre alten Schüler der Theatergruppe von Marion Welge-Hanka mit überzeugender Darstellung der einzelnen Charaktere der Autobiographie ihrem Publikum in der fast ausverkauften Aula nahegebracht. Die authentische Kulisse (Sebastian Peters) und der Einsatz von Musik und Licht (Robert Hammer und Christian Nölke) als die jeweilige Stimmung unterstreichende Stilmittel rundeten die Inszenierung ab. Sehr einfühlsam verkörperten die Schüler, allen voran Marina Sarkojan als Anne und Sarah Porcher als Peter, ihre Rollen - ein schwieriges Stück schön gespielt. Heute beginnt um 19.30 Uhr die zweite und letzte Aufführung in der Aula.
Der Wunstorfer Stadtanzeiger schrieb:

Beachtlich sensible Inszenierung
Wunstorf (bs). "Mein liebes Tagebuch": So begann das jüdische Mädchen Anne Frank ihre autobiographischen Aufzeichnungen über ihre Zeit im Untergrund in den Kriegsjahren, das unserer heutigen Generation oft so unfassbar scheint. Über Jahre hinweg hielt sich ihre Familie mit anderen Juden auf einem Dachboden in einem Fabrikhinterhaus in Holland vor den Nationalsozialisten versteckt. Zwischen Angst und Hoffnung zermürbte das enge Aufeinanderhocken die Menschen. Anne wird in dieser Zeit des Versteckens vom Mädchen zum Teenager und vertraut ihrem Tagebuch ihre Sehnsüchte, Ängste und Zweifel an. "Das Schlimmste ist die Stille der Nacht; bei jedem Knacken denke ich, sie kommen uns holen", schreibt Anne Frank. Die "Kleine" Theater AG des Hölty-Gymnasiums Wunstorf setzte unter Leitung von Marion Welge-Hanka die Bühnenfassung von Frances Goodrich und Albert Hackett von 1955 als "Das Tagebuch der Anne Frank" bemerkenswert gereift um; obgleich das Premierenfieber in der nahezu ausverkauften Hölty-Aula spürbar war und sich in manchem Stocken zeigte, unterstütze das Publikum mit Szeneapplaus die jungen Darsteller. An der Seite von Marion Sarkojan als Anne zeigte die Gruppe, die überwiegend aus Schülerinnen der siebten Klasse besteht, eine beachtlich sensible Schauspielleistung. Authentische Musikuntermalung und entsprechende Kulissen rundeten die Aufführung ab. Anstoß zu der Darbietung dieses Stückes hatte das Thema "Nationalsozialismus" gegeben, das in der sechsten Klasse im Unterricht behandelt wurde.
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